Rede von Hans Coppi

Hans Coppi junior, Sohn von Hans und Hilde Coppi, zur Einweihung einer Gedenktafel für Mildred Harnack am Eingang der Peter-A.-Silbermann-Schule am 5. Juli 2009


Sehr verehrte Anwesende, liebe Marianne Sideri-Heinemann*, lieber Peter Behrens*, lieber Jürgen Utech*

Mit dem Ozeanriesen „Berlin“ begab sich die 26jährige Mildred Harnack am 2. Juni 1929 von New York aus in die alte Welt. Ihr Mann Arvid holte sie am Kai in Wilhelmshaven ab. Sie hatten sich im Frühjahr 1926 an der Universität Wisconsin kennen gelernt. Der Stipendiat des Laura Spelman Rockefeiler Memorials war auf der Suche nach seinem Professor und geriet in eine Vorlesung über amerikanische Literaturgeschichte. Er blieb gebannt sitzen und war gefangen von der Ausstrahlung dieser blonden jungen Frau. Anschließend sprach er sie an. Bereits nach wenigen Monaten, am 7. August 1926, heirateten sie.

Ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ermöglichte Mildred Harnack-Fish einen längerfristigen Studienaufenthalt und ein Zusammenleben mit ihrem Mann. Sie studierte in Jena, Gießen und Berlin Philosophie, englische und deutsche Literaturgeschichte. In den alten Universitätsstädten fühlte sie sich wohl, sie entsprachen dem eher romantischen Bild, das sie von Deutschland hatte. Berlin dagegen empfand sie als zu groß, zu laut, nervös und niederdrückend. Eines wog aber alle Nachteile auf. In Berlin konnte sie arbeiten. Nachdem sie im englischen Seminar der Berliner Universität einen Vortrag gehalten hatte, erhielt sie als erste Frau für das Sommersemester 1931 einen vom Preußischen Kultusminister Adolf Grimme unterzeichneten Lehrauftrag. Diese Arbeit war für sie eine faszinierende Herausforderung, auch wenn sie ihr fast alle Energie abverlangte. Die Studenten waren von ihrer Lektorin sehr angetan. Für Mildred Harnack waren die Vorlesungen und Übungen zugleich eine Verbindung zu ihrer Heimat. Anlässlich eines Essens mit den Dozenten des Englischen Seminars stellte sie überrascht fest, dass sie in dem Kreis die einzige Frau war. Im Sommer 1932 war der Lehrauftrag für Mildred Harnack aufgrund fehlender finanzieller Mittel, trotz der Proteste ihrer Studenten, nicht verlängert worden.
Warren Tomlinson, Präsident der amerikanischen Studentenvereinigung in Berlin und Doktorand für amerikanische Literaturgeschichte war ihr Retter in der Not. Er schlug dem Berliner Städtischen Abendgymnasium Mildred Harnack als seine Nachfolge vor. Sie war auch in diesem Kollegium wiederum die einzige Frau.

In den Jahren 1930/31 begann sich ihr Bild von Deutschland zu verändern. Greta Kuckhoff, die Mildred und Arvid Harnack von einem Studienaufenthalt in Wisconsin kannte, schien es, dass Mildred Harnacks Sicht auf Deutschland von den Märchen- und Geschichtsbüchern der Romantiker und aus den Versen der Klassiker geprägt war. Mit ihren literarischen und ästhetischen Interessen war sie eine eher unpolitische Frau mit einem starken Gerechtigkeitsempfinden. Sie erlebte nun die sich immer mehr ausbreitende und alle Bereiche des Lebens umfassende große Krise mit ihren katastrophalen Auswirkungen auf die Lebenslage vieler Menschen, die Armut und die sich ausbreitende Zukunftslosigkeit. Ihr zunehmendes politisches Interesse war eng mit dem gesellschaftlichen Engagement ihres Mannes verbunden. Arvid Harnack promovierte 1931 mit einer Arbeit über die vormarxistische Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten und gründete Anfang 1932 eine Gesellschaft zum Studium der sowjetischen Planwirtschaft. Seine Frau lernte weltläufige und aufgeschlossene Mitarbeiter der sowjetischen Botschaft und Handelsvertretung in Berlin und auch linke und der KPD nahe stehende Intellektuelle kennen.

Zunehmend interessierte sich die Literaturwissenschaftlerin für soziale Fragen, war sie davon überzeugt, dass die krisengeschüttelte kapitalistische Welt grundlegend verändert werden müsse. Nicht der Profit, sondern das Interesse der arbeitenden Menschen sollte das Ziel der Gesellschaft bestimmen. Anlässlich des 100. Todestages von Hegel beeindruckte sie, wie Kommunisten, Intellektuelle, Studenten und Arbeiter über ihr Verhältnis zu Hegel diskutierten. Die kommunistische Idee entfaltete für sie und für viele andere Intellektuelle in dieser Zeit eine zunehmend emanzipative Wirkung. Voller Sorge verfolgte sie den unaufhaltsamen Aufstieg der Nazibewegung.

Für die Publizistin Margrit Boveri, die Mildred Harnack in den dreißiger Jahren kennen gelernt hatte, gehörte sie zur Generation studierter Frauen, die an den Fortschritt und an die Besserung der Welt glaubten und selbst in geistiger Arbeit an diesem Aufstieg mitwirken wollten: „Sie war für mich mit ihren schönen blonden, straff zurückgekämmten Haaren, ihren klaren, nicht zurückhaltenden Augen der Inbegriff der puritanisch-strengen Amerikanerin, die unter der Devise ,high thinking and plain living‘ lebte. Sie war nicht ohne Ehrgeiz, aber er galt nicht ihrer eigenen Person.“

Ein großes Interesse entwickelte sie an der sozialen, kulturellen und politischen Entwicklung der Sowjetunion, dem einzigen Land, das von der Weltwirtschaftskrise nicht erfasst worden war. Nach zwei Reisen sah sie in dem gewaltigen sozialen Umbruch eine Alternative für die künftige Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Die Sowjetunion erschien ihr, so schreib sie ihrer Mutter, wie ein gewaltiges Experiment in Nächstenliebe. Beeindruckt war sie von der Gleichberechtigung der Frauen, ihren Möglichkeiten, alle Arbeiten zu übernehmen, und von der staatliche Fürsorge während der Schwangerschaft. Sie sah Armut und Hunger, abgehärmte Gesichter der Menschen, ihre abgetragenen Kleider, aber für Mildred trugen sie dennoch die Hoffnung auf eine bessere Welt in sich. Noch im Januar 1933 hatte Arvid Harnack am Städtischen Abendgymnasium einen viel beachteten Vortrag über die sowjetische Planwirtschaft gehalten.

Mildred Harnack-Fish hatte in Deutschland Fuß gefasst, war optimistisch, fühlte sich als freie, in einer männerdominierten Welt anerkannte und geachtete Frau, von guten Freunden umgeben und von ihrem Mann geliebt. „Life is good“, endet am 29. Januar 1933 der Brief an ihre Mutter. Einen Tag später sollte sich die Situation grundlegend ändern. Ihr Mann sah die Machtübertragung an Hitler am 30. Januar nicht als kurzzeitiges Intermezzo an, sondern als Beginn einer großen Tragödie.

Freunde und Bekannte wurden verhaftet, andere mussten untertauchen und fliehen, aber das Leben ging weiter. Harnacks zogen sich zurück, wurden aber nicht belästigt. Mildred schrieb der beunruhigten Mutter, dass ihre kuriosen Ideen nicht bekannt und sie nicht politisch aktiv seien. Sie bat allen, die sich nach ihr erkundigten, zu sagen, dass sie rein wissenschaftlich und nicht politisch an dem Geschehen in der Welt interessiert sei. Sie konnte ihre Tätigkeit am Berliner Abendgymnasium fortsetzen. Überrascht war sie, auf Männer und Frauen in ihrem Alter zu treffen. Bei den Prüfungen tragen sie dunkle Anzüge, schrieb sie ihrer Mutter am 10. Mai 1933, die Schuhe glänzen, das Haar ist ordentlich gekämmt; ihre Unterlippen zittern ein wenig, wenn sie geprüft werden. Sie haben jahrelang in Büros gearbeitet Sie sind hierher gekommen in der Hoffnung, in Zukunft freier atmen zu können, war die versteckt optimistische Botschaft, die Hoffnung auf einen Wandel, auf ein „overcome“ des NS-Regimes.

Ihre Schüler behielten ihren Unterricht als höchst ungewöhnlich und anregend in Erinnerung. Er begann mit dem Singen englischer und amerikanischer Lieder. In ihren Unterrichtsstunden ging es freier und fröhlicher zu. Das Einstudieren und die Vorführung von Shakespeares „Widerspenstige Zähmung“ in Englisch im Dezember 1933 blieb allen Beteiligten in Erinnerung.

Vielleicht erzählte sie ihren Schülern auch von dem jungen amerikanischen Erfolgsautor Thomas Wolfe, den sie im Frühjahr 1935 auf seiner Reisen durch Deutschland begleitete. Im „Berliner Tageblatt“ veröffentlichte sie einen längeren Artikel über den jungen begabten Schriftsteller aus den Südstaaten. Über ihr wöchentliches 15stündiges Pflichtprogramm hinaus bot sie in geselligen Klubabenden Vorträge über das englische und amerikanische Geistesleben an.

Ihre Lehrtätigkeit, die sie 1936 an der Volkshochschule fortsetzte, und ihre Übersetzungen amerikanischer Autoren sowie eigene literarischen Arbeiten waren immer wieder der Versuch, eine geistige Brücke zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu schlagen. Ein eigener Entwicklungsroman blieb unvollendet, obwohl sie immer wieder dazu ansetzte. Viele der literaturwissenschaftlichen Arbeiten flossen in ihre Dissertation „Die Entwicklung der amerikanischen Literatur der Gegenwart in einigen Hauptvertretern des Romans und der Kurzgeschichte“ ein, die sie 1941 bei der Philosophischen Fakultät zu Gießen einreichte und erfolgreich verteidigte.

Einige ihrer aufgeschlossensten Studenten aus ihrer Lehrtätigkeit an der Berliner Universität und Schüler des Städtischen Abendgymnasiums hatte Mildred Harnack bereits Anfang 1933 zu einem von ihrem Mann geleiteten Zirkel über ökonomische Fragen eingeladen. Zunächst nahmen daran der wissbegierige Schlosser Karl Behrens und der Werkzeugmacher Wilhelm Utech teil. Ein Jahr später kam der sprachenbegabte und literarisch sehr belesene Bodo Schlösinger hinzu, der sich mit Nachhilfestunden, Sportreportagen und andere Gelegenheitsarbeiten durchs Leben schlug. In dem autobiografischen Romanfragment „Der Tag hat 18 Stunden“ beschreibt er den schwierigen Alltag der Schüler am Städtischen Abendgymnasium und seine enge Freundschaft zu Karl Behrens. Neben ökonomiegeschichtlichen Studien zu Quesnay, Smith, Ricardo, dem von Arvid Harnack sehr geschätzten deutschen Nationalökonom Friedrich List, Keynes und anderen kam es zu seminaristischen Gesprächen über das „Kapital“ und Lenins „Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“. Insbesondere empfahl Harnack Lenins „Staat und Revolution“ als Beispiel für eine grundlegende soziale Umgestaltung Deutschlands, die nach dem Sturz des Hitlerregimes erreicht werden müsste. Dafür wollte Arvid Harnack die Diskutanten vorbereiten, ihnen das Wissen vermitteln, sie zur Auseinandersetzung mit sozialen Fragen anregen, damit sie in einem neuen demokratischen Deutschland Verantwortung übernehmen könnten.

Die Teilnahme an den Diskussionsabenden war verbindlich. Arvid Harnack leitete diese nach dem Grundsatz, dass private Interessen nicht zu Lasten des Zirkels gehen dürften. Er gab Literaturhinweise und verteilte Themen für Referate, die dann kritisch diskutiert wurden. Anfangs fanden die Zusammenkünfte bei Harnacks, dann in der Wohnung von Karl Behrens statt, an denen sich später auch die Ehefrauen beteiligten. Die Abende verloren den von Harnack, der immer seltener erschien, praktizierten strengen Lehrcharakter und nahmen mehr die Form eines geselligen Beisammenseins an. Später beteiligten sich an den Diskussionen der Unternehmer Leo Skrzepszinski, mit dessen Frau die Schwester von Karl Behrens befreundet war. Bodo Schlösinger brachte im Sommer 1939 seine Frau Rose mit und auch ihre Mutter, Sophie Ennenbach, eine früher in Frankfurt am Main aktive Sozialdemokratin.
„In ihrer politischen Einstellung glich Mildred Harnack ihrem Mann völlig“, so erinnerte sich Wilhelm Utech, „sie war ein sehr empfindsamer, gegen jedes Unrecht eingestellter Mensch und sehr hilfsbereit. Reges Interesse zeigte sie an der persönlichen Entwicklung der Teilnehmer. Sie war stets in Sorge um ihren Mann.“

Arvid Harnack verbreiterte Mitte der dreißiger Jahre seine Kontakte zu gegenüber dem NS-Regime kritisch eingestellten Mitarbeitern aus Ministerien und Forschungseinrichtungen. In Gesprächen mit Vertretern der amerikanischen und sowjetischen Botschaft vermittelte Harnack Einschätzungen der politischen und wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Seit 1935 im Amerikareferat des Wirtschaftsministeriums tätig, wurde er 1937 Mitglied der NSDAP und avancierte noch 1942 zum Oberregierungsrat. Im Herbst 1940 hatten Adam und Greta Kuckhoff den Angestellten aus dem Luftwaffenministerium, Harro Schulze-Boysen, und seine Frau Liberias kennen gelernt. Daraufhin rieten sie Arvid Harnack, sich mit dem Luftwaffenoffizier aus dem Generalstab der Luftwaffe, einem offensichtlichen Regimegegner, zu treffen. Harnack und Schulze-Boysen informierten im Frühjahr 1941 einen Angehörigen der sowjetischen Botschaft über die Vorbereitungen des militärischen Angriffs auf die Sowjetunion. Der vereinbarte Funkkontakt in die Sowjetunion kam aufgrund technischer Probleme nicht zustande.

Inwieweit Mildred Harnack in die konspirative Arbeit ihres Mannes einbezogen wurde, kann nicht endgültig beantwortet werden. Arvid Harnack hatte seiner Frau vorsichtshalber eine Dauer-Schiffspassage in die Vereinigten Staaten gekauft, die sie nicht nutzte. Sie blieb und nahm im Wintersemester 1941 wieder eine Lehrtätigkeit an der auslandswissenschaftlichen Fakultät der Berliner Universität auf. Nach einer Bauchhöhlenschwangerschaft erholte sie sich im April 1942 auf Schloss Elmau in Oberbayern. Ihre Schwägerin Ingeborg Havemann hat sie im Sommer 1942 in ihrer Wohnung ein letztes Mal gesehen: „Wir sprachen wenig. Sie schien so müde, doch langsam löste sich ihre innere Spannung und ihr helles Lachen erklang… Später sprach sie mit vorsichtigen Worten von ihrer Angst, der Unruhe, die ihr Leben erfüllte, auch von der Sehnsucht nach ihrer weiten amerikanischen Heimat. Sie schien erschöpft und beunruhigt. Hier draußen kamen Nacht und Schlaf. Für Mildred nicht. Ich erreichte sie gerade noch, als sie behutsam die Tür öffnete und konnte sie nicht halten. Sie musste zu Arvid“.

Harnacks fuhren Anfang September zu einem Urlaub auf die Kurische Nehrung. Dort wurden sie am 7. September verhaftet. Mildred Harnacks Gesundheitszustand verschlechterte sich in der Haft von Monat zu Monat. Sie durfte keinen Besuch empfangen, hatte eine Einzelzelle im Gerichtsgefängnis in der Kantstrasse. Jeglicher Kontakt zu den Mitgefangenen war ihr untersagt. Sie wurde am 19. Dezember vom Reichskriegsgericht zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 21. Dezember 1942 hob Hitler das Urteil auf und beauftragte das Reichskriegsgericht mit einer zweiten Hauptverhandlung, die am 16. Januar 1943 mit der Todesstrafe endete. Einen Monat später wurde sie in Berlin-Plötzensee ermordet Als sie aus ihrer Zelle geholt wurde, arbeitete sie noch an der Übersetzung des Goethe-Gedichtes „Vermächtnis“:

Kein Wesen kann zu nichts zerfallen / Das Ew’ge regt sich fort in allem /Am Sein

Ihre letzten Worte, so hat sie der Gefängnispfarrer Harald Poelchau überliefert, waren

„Und ich habe Deutschland so geliebt.

Der kontaktfreudige und sehr belesene Karl Behrens, einer der engsten Mitstreiter von Arvid Harnack, arbeitete nach seinem Ingenieurstudium als Konstrukteur bei der AEG Turbine. Mitte September 1942 wurde er an der Ostfront vor Leningrad verhaftet und am 13. Mai 1943 hingerichtet. Am 18. September 1942 nahm die Gestapo Rose Schlösinger fest. Sie wurde am 20. Januar 1943 vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt. Als Bodo Schlösinger von dem Todesurteil erfuhr, versuchte er sie mit einem an das Reichskriegsgericht übermittelten Geständnis zu entlasten und nahm sich daraufhin an der Ostfront das Leben. Wilhelm Utech lebte nach seiner Rückkehr aus Krieg und Kriegsgefangenschaft später in der DDR.

Wenn Mildred Harnack heute auf Berlin schauen könnte, wäre sie sicherlich sehr überrascht zu sehen, wie sich diese Stadt verändert hat Es würde ihr sicherlich gefallen, dass ihr früheres Abendgymnasium nach ihrem Gründer Peter-A.-Silbermann benannt ist und dass es von einer Frau geleitet wird. Auch dass viele Frauen im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Leben aktiv sind, würde sie sicherlich genauso freuen wie der Wandel von Berlin zu einer internationalen und auch multikulturellen Stadt. Noch mehr würde sie ganz gewiss erstaunen, dass mit Barack Obama ein farbiger Bürger der Vereinigten Staaten erstmals Präsident geworden ist und der mit einem neuen Politikansatz das Tor für eine Welt des Friedens und der Freiheit im 21. Jahrhundert geöffnet hat.

Zum Abschluss möchte ich Herrn Bernd Karl Vogel sehr herzlich danken. Seiner Initiative verdanken wir, dass heute eine Gedenktafel für eine tapfere Frau, für die Widerstandskämpferin und frühere Lehrerin des Abendgymnasiums, Mildred Harnack, angebracht werden kann.

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Marianne Sideri-Heinemann, geb. 1932, Stieftochter von Bodo Schlösinger. Bodo Schlösinger war Schüler des Berliner Abendgymnasiums und lernte dort Mildred Harnack kennen. Nachdem seine Frau, Rose Schlösinger, am 20.1.1943 zum Tode verurteilt wurde, entschied er sich für den Freitod am 22.2.1943.
Peter Behrens, Sohn von Karl Behrens. Karl Behrens war Schüler des Berliner Abendgymnasiums und lernte dort Mildred Harnack kennen. „Seit 1938 arbeitet Behrens in der Berliner AEG-Turbinenfabrik und sammelt eine Gruppe oppositioneller Kollegen um sich. Er berichtet Arvid Harnack über Neuentwicklungen in seinem Betrieb. Im Mai 1942 wird Behrens zur Artillerie eingezogen, Mitte September 1942 verhaftet, am 19. Januar 1943 zum Tode verurteilt und am 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee ermordet“ (Gedenkstätte Deutscher Widerstand).
Dr. Jürgen Utech, Sohn von Wilhelm Utech. Wilhelm Utech war Schüler des Berliner Abendgymnasiums und gehörte zum Widerstandskreis um Arvid Harnack. Er lebte nach dem Krieg in der DDR.